Startschuss ist der 9. Februar 2015: Marktführer Tönnies wird ab dem 9. Februar an Schweinemäster 3 Cent/kg Schlachtgewicht weniger zahlen, wenn deren Schweine in die Salmonellen-Kategorie-III eingestuft werden. Diese Schmälerung des Verkaufserlöses entspricht etwa 3€/Tier. Für viele Schweinemäster reiht sich diese Meldung hinter die zahlreichen Negativmeldungen der vergangenen Monate ein. Mastbetriebe ohne Kategorie werden demnach genauso behandelt wie Kategorie-III-Betriebe.

 

Nachdem seit Beginn des Antikörper-Monitorings vor gut zehn Jahren ging der Anteil der Kategorie-II- und Kategorie-III-Betriebe deutlich zurück, weil viele kleinere Mäster aufgrund des Kostenfaktors, der durch das Gesundheitsmanagement entstand, gezwungen waren aus der Mast auszusteigen. In den letzten zwei Jahren hat sich allerdings der Anteil der Kategorie-II- und Kategorie-III-Betriebe wieder auf ca. 30% erhöht.

 

Das Problem der Kategorie-II- und Kategorie-III-Betriebe beginnt im logistischen Bereich. Tiere der Kategorie-III dürfen nicht mit anderen Tieren im Schlachtbetrieb verarbeitet werden. Deshalb werden Kategorie-III-Tiere separat abgeholt und getrennt geschlachtet. Hinzu kommt, dass die Schlachtbetriebe ihren Kunden teilweise zusagen müssen, nur Kategorie-I-Tierfleisch für die hergestellten Waren zu verwenden. Dieses Eingeständnis bringt logistische Probleme mit sich, die wiederum zu erhöhten Kosten führen.

 

Jedes Unternehmen geht mit dieser Problematik anders um: Manche Unternehmen akzeptieren nur Kategorie-I-Tiere, andere Unternehmen gestatten nur Kategorie-III-Tiere aus langjährigen Lieferbeziehungen und lehnen neue Lieferanten ab. Wiederum andere Unternehmen schlachten Kategorie-II- und Kategorie-III-Tiere nur an bestimmten Wochentagen um den logistischen Problemen teilweise aus dem Weg zu gehen. Tönnies zahlt den Schweinemästern der Salmonellen-Kategorie-III 3 Cent/kg Schlachtgewicht weniger. Andere Schlachtbetriebe werden wahrscheinlich diesem Beispiel folgen, da sie davon ausgehen, dass sie vermehrt mit Schweinen der abgewiesenen Kategorie beliefert werden.

 

Für Mäster bedeutet das folgendes: Regelmäßige Kontrollen müssen durchgeführt werden um eventuelle schlechte Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und um aktiv gegensteuern zu können. Schweinemäster mit Kategorie-III-Beständen werden jetzt gezwungen langfristig von diesem Status wegzukommen, um in Zukunft nicht von Schlachtbetrieben abgewiesen zu werden.